1833 gründete Charles Antoine LeCoultre (1803 – 1881) seine erste Werkstatt in Le Sentier, aus der später die Uhrenmanufaktur Jager-LeCoultre hervorging. Antoine LeCoultre war bereits früh für die Fertigung von meisterhaften und nahezu perfekten Messinstrumente bekannt. So gelang ihm im Jahre 1844 beispielsweise die Messung des Mikrons (µm), einem Tausendstelmillimeter. Diese Messgenauigkeit war bis zu diesem Zeitpunkt eine kaum vorstellbare Errungenschaft; seine Erfindung, das Millionometer, war noch über ein halbes Jahrhundert später immer noch der Maßstab der Technik. Nicht umsonst wurde LeCoultre für sein Können in puncto Präzision und Innovation mit Preisen ausgezeichnet. Gemeinsam mit seinem Sohn Elie beschloss der Uhrmacher, Hand- und Maschinenarbeit miteinander zu verknüpfen, und rüstete die Werkstatt daher mit Dampfmaschinen aus.
Der heute bekannte Markenname entstand jedoch erst über hundert Jahre später, als 1937 das Unternehmen mit der Firma des Pariser Uhrenherstellers Jacques David Edmond Jaeger fusionierte. Interessanterweise kam es zu diesem Zusammenschluss, nachdem Edmond Jaeger den Enkel von Antoine, Jacques-David LeCoultre, mit einer Wette herausforderte. Diese Wette besagte, dass der Schweizer Uhrmacher nicht in der Lage wäre, die von Jaeger konzipierten, extrem flachen Uhrwerke herzustellen. Hieraus entstand nicht nur eine außergewöhnliche Uhrenkreation, sondern auch eine starke Freundschaft, und später die Fusion der Unternehmen.
Im Jahre 1974 kam es zu einer Krise beim Schweizer Unternehmen, nachdem billige aber dennoch genaue Quarzuhren aus Asien den Markt überschwemmten. Dennoch konnte sich Jaeger-LeCoultre weiter etablieren und überzeugt bis heute durch die ausgezeichnete Qualität der Uhren.

Jaeger-LeCoultre: Meilensteine bei der Uhrentechnik

Das Unternehmen Jaeger-LeCoultre stellt nicht nur Luxusuhren her, sondern ist auch für seine außergewöhnlichen und innovativen Entwicklungen in der Uhrentechnik berühmt. Die Kreation des flachsten Uhrwerkes – mit einer Höhe von gerade einmal 1,38 Millimetern – ist nur eine dieser Errungenschaften. So entwickelte die Manufaktur 1929 das kleinste Uhrwerk, welches nicht einmal 74 Gramm wiegt. Dieser Rekord konnte bis heute nicht unterboten werden. Auch nennenswert sind die patentierten Atmos-Uhren. Diese Uhren brauchen nicht mehr aufgezogen werden, da sie sich Energie aus der Umgebung holen; Temperaturwechsel und Änderungen im Luftdruck reichen dafür aus. Der Prototyp dieser Reihe wurde bereits 1928 von Jean-Léon Reutter entwickelt und funktionierte, ähnlich wie Thermometer aus dieser Zeit, mit Quecksilber. Bis heute wurden über 500.000 Atmos-Uhren hergestellt, und der Mechanismus wurde nur in wenigen Punkten geändert. Auch heute bringt die Uhrenmanufaktur regelmäßig neue, hochkomplizierte Modelle auf den Markt. 2009 wurde beispielsweise die „Hybris Mechanica 55“ vorgestellt, die in einer Auflage von 30 Sets geliefert wird. Zu jedem dieser Sets gehört ein speziell angefertigter Uhrensafe der deutschen Firma Doettling.

Unternehmensgrundsätze von Jaeger-LeCoultre

Der Erfolg der  Uhren von Jaeger-LeCoultre rührt nicht nur von diesen Innovationen her. Die Manufaktur unter anderem auch deswegen beliebt, weil sie bis heute nicht nur die Uhren selbst baut, sondern zusätzlich auch alle dazugehörigen Werke in voller Fertigungstiefe herstellt. Andere Uhrenhersteller beziehen daher diese präzisen Werke, um sie in ihren eigenen Modellen zu verbauen. Auch das Erscheinungsbild der jeweiligen Modelle ist voll durchdacht, ist edel, sportlich, und selbstbewusst zugleich. Das einzigartige Design der Uhren dieser Manufaktur ist stets etwas Besonderes, und bedarf nicht aufwendiger PR-Aktionen, wie es bei anderen Herstellern oftmals der Fall ist.
Doch ein wichtiger Grundsatz des Unternehmens ist auch der Umweltschutz. Durch klare Maßnahmen in der Produktion, dem Transport und auch der Energiewirtschaftung trägt Jaeger-LeCoultre stets zur Erhaltung und zum Schutz der Region Vallée de Joux bei. Auch Tradition und Kultur stehen im Vordergrund; durch zahlreiche Partnerschaften gehört das Unternehmen zu den wichtigen Förderern für die visuelle Kunst. Doch auch die Unternehmens- und Geschäftsethik spielt eine wichtige Rolle. Sowohl Mitarbeiter, als auch Lieferanten und Kunden werden stets freundlich, ehrlich und fair behandelt. Somit ist Jaeger-LeCoultre ein vorbildlicher, verantwortungsvoller Uhrenhersteller, der auf Qualität, Service und Innovation großen Wert legt.

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